· 

Ich wünsch mir eine bunte Welt

Bild: hzlatarski / pixabay
Bild: hzlatarski / pixabay

Gestern sind wir an einer Blumenwiese vorbeigefahren. Sie leuchtete in blau und rosa und rot und gelb. Einfach unglaublich schön. Mein Herz hat - einfach so - einen kleinen Freudenhüpfer gemacht.

 

Kurze Zeit später kamen wir an einer anderen Wiese vorbei. Dort zog gerade ein Mäh-Roboter traurig seine Kreise. Überall hinterließ er eine Spur der Trostlosigkeit. Ein Rasen, wie mit dem Lineal bearbeitet.

Ein Halm wie der andere. Alles gleich. 

Irgendwie hat mich das an die Regenwaldrodung erinnert.

Nur halt im Kleinen.

 

"Was finden die Leute daran?" habe ich gefragt.

"Das ist ein 4-Sterne-Superior. Da muss das wohl so sein!" bekam ich zur Antwort. 

Irgendwie ein trauriges Abbild unserer Gesellschaft.... 

 

Foto: Capri23auto / pixabay
Foto: Capri23auto / pixabay
Foto: Niek Verlaan / pixabay
Foto: Niek Verlaan / pixabay

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!

Gandhi hat es mit diesem Satz eigentlich auf den Punkt gebracht. Es bringt nichts sich immer nur zu ärgern, über die Dinge, die man blöd findet, und dann aber auf seinem Hintern sitzen zu bleiben und nichts zu tun.
Ich hab dann mal darüber nachgedacht, was so jeder einzelne dazu beitragen kann. Auch ich natürlich.

Aber am besten ohne großen Aufwand...

 

Erspar dir unnötige Arbeit!

Mal ganz unter uns: Wer mäht schon gerne Rasen?

Also lasst den Rasenmäher einfach in der Garage vermodern.

Legt euch stattdessen lieber in eure Hängematte, lasst die Seele baumeln und erfreut euch an eurer Wildwiese!

Sie ist eh viel schöner anzuschauen als ein kurz gemähter Rasen. Und außerdem kann man viel mehr entdecken und sich vielleicht ab und zu ein paar hübsche Blümchen ins Haus holen. 
Sind ja dann genug Blumen da für alle.


Wenn ihr aber - aus welchen mir unerfindlichen Gründen auch immer - nicht auf einen gemähten Rasen verzichten wollt, dann könnt ihr an verschiedenen Stellen im Garten einzelne Wildwiesen-Inseln schaffen, auf denen die Pflanzen so wachsen dürfen wie sie wollen. So finden Wildbienen und andere Tierchen auch einen Platz zum leben.

 

Sei ein Blumenkrieger!

Auch wenn ihr keinen eigenen Garten habt, müsst ihr nicht untätig rumsitzen. Wird ja mit der Zeit auch langweilig.

Baut sogenannte Seedbombs (Samenbomben) und legt sie aus. Soweit ich weiß ist das verboten, deswegen sagt man wohl auch Guerilla Gardening zum unerlaubten aussähen von Blumen. Aber wen interessiert das schon. Die Bienen stört es sicher nicht. Im Gegenteil. Sie werden euch feiern!

 

Hier ein paar wichtige Regeln, damit eure Blumen-Bombenleger-Aktion auch Sinn macht:

  • Nutzt nur einheimische Pflanzen!
    Am besten solche, die in eurer Region auch natürlich vorkommen! Also Klatschmohn statt Kokospalme...
  • Erkundigt euch, welche Pflanzen wo leben!
    Es macht keinen Sinn eine Blume dort auszusähen, wo sie keine Lebensgrundlage hat.
    (Aber es schadet ja nicht, etwas über Böden, Pflanzen und Insekten zu lernen.)
  • Säht nur ungiftige Pflanzen aus! 
  • Achtet auf den Zeitpunkt der Aussaat!
    Jetzt ist es fast schon zu spät. Im Märzen der Bauer und so. Aber es gibt auch einige Pflänzchen, die ihr jetzt noch aussähen könnt. Macht euch schlau!
  • Privateigentum und fremden Gärten sind tabu!
    Es geht darum Mensch und Natur zu helfen. Also legt eure Samenbomben nur dort, wo sie niemanden verärgern. Menschen, die sich an euren Blumen erfreuen, lassen sich vielleicht inspirieren. Den anderen ist sowieso nicht mehr zu helfen! Hütet euch also davor die Unbelehrbaren belehren zu wollen, das bringt nur unnötig Ärger!

Blumen-Bomben-Bauanleitung

Natürlich könntet ihr fertige Seedbombs auch irgendwo im Internet bestellen. Allerdings macht es deutlich mehr Sinn eigenen Bomben zu bauen! Ihr könnt eure Bomben genau auf den Ort abstimmen, an dem ihr sie auslegt und außerdem macht Selbermachen ja irgendwie auch viel mehr Spaß, oder!?
Wer irgendwie nicht so richtig Lust hat, sich mit der heimischen Flora auseinanderzusetzen und trotzdem ganz sicher sein will, nur Pflanzen zu verwenden, die bin der Gegend wachsen, kann bei der nächsten Wanderung die Samen verschiedener Pflanzen einsammeln, die ihm unterwegs begegnen (z.B. Pusteblume, Klatschmohn, Kamille...) Das finden übrigens auch Kinder ganz toll und die Wanderung ist vielleicht etwas cooler als sonst!

Für etwa 12 Seedbombs brauchst du:

  • 2 TL Blumensamen
  • 10 EL Tonerde (oder Katzenstreu aus Bentonit)
  • 10 EL Erde
  • Wasser

Vermischt alle Zutaten in einer großen Schüssel und fügt so lange Wasser hinzu, bis die Masse zu Kugeln geformt werden kann. Wer Katzenstreu verwendet, sollte diese vorher im Mörser oder Mixer zerkleinern!

Viel Spaß beim Bombenlegen!